BP Nr2
07. September 2015

Sieg für Baumschlager

Die ŠKODA Rallye Liezen ist erfolgreich über die Bühne gegangen und Veranstalter Andreas Aigner kann trotz des Wetterpechs eine gute Bilanz über die praktisch unfallfreie Veranstaltung ziehen: „Dass so viele Fans trotz der Wetterkapriolen an die Sonderprüfungen im Enns- sowie wie im Palten- und Liesingtal gekommen sind, ist für mich sensationell. Sie bekamen dank eines qualitativ enorm starken Fahrerfeldes tollen Rallyesport zu sehen. Leid tut es mir für die zahlreichen Zuseher auf unserer ‚Königs-Sonderprüfung‘ in Oppenberg, die wir aus Sicherheitsgründen beide Male nur neutralisiert befahren konnten. Ebenso bitter ist es, dass wir unserem neuen Partner und
Hauptsponsor, der Firma ŠKODA Österreich und ihren zahlreichen Gästen, kein besseres Wetter bieten konnten. Ich hoffe, wir können uns im nächsten Jahr mit strahlendem Sonnenschein revanchieren. Schlussendlich möchte ich mich bei allen Partnern der ŠKODA Rallye Liezen, besonders aber bei ŠKODA Österreich und Geschäftsführer Max Egger, für das entgegengebrachte
Vertrauen bedanken. Und last but not least gilt der Dank auch allen Teams, den Zusehern und den Anrainergemeinden, Ihren Bürgermeistern und Einwohnern. Ohne die tatkräftige Unterstützung von so vielen wäre ein Event dieser Größenordnung nicht durchführbar. “

Trotz der äußerst widrigen Witterungsbedingungen waren an beiden Tagen rund 10.000 Rallye-Fans in der Obersteiermark zu den insgesamt 15 Sonderprüfungen gekommen, alleine die legendäre „Citystage“ in Liezen wurde auch in diesem Jahr von mehreren tausend Fans „gestürmt“.

ORM
Die ŠKODA Rallye Liezen sah gleich drei Fahrzeuge der tschechischen Marke am Start, alle drei standen am Serviceplatz von Raimund Baumschlagers Firma BRR. Am Ende jubelte aber der Teamchef höchstpersönlich. Der seit der letzten Rallye als Meister feststehende Raimund Baumschlager siegte gemeinsam mit Co-Pilot Thomas Zeltner im ŠKODA Fabia R5 überlegen und wiederholte damit seinen Vorjahressieg in Liezen. „Wahnsinn. Das war sicher eine der
schwierigsten, wenn nicht die schwierigste Rallye des Jahres. Der heutige Tag war teilweise nicht mehr lustig, die Neutralisation der beiden Sonderprüfungen war gut überlegt und gerechtfertigt, auch wenn das für die Fans äußerst schade war. Auf einer Schwierigkeitsskala von eins bis zehn gibt’s für die diesjährige ŠKODA Rallye Liezen eine Acht!“

inter Baumschlager fuhr Lokalmatador Gerwald Grössing einen feinen zweiten Platz ein, für den Ford Fiesta R5 Piloten und seinen Beifahrer Sigi Schwarz ein schöner Erfolg: „Wir sind das beste Amateur-Team, es ist perfekt gelaufen. Das ist wie ein Sieg, immerhin haben wir genau zur rechten Zeit
attackiert und den ungarischen Meister geschlagen. Raimund ist als Profi für uns sowieso ‚out of range‘.“

Platz drei der Gesamtwertung ging an einen Gast aus Ungarn: Norbert Herczig beendete seine erste Regenrallye mit dem neuen Skoda Fabia R5 und seinem ebenfalls neuen Co-Piloten Janek Czako auf dem Podium: „Ich bin froh über die Teilnahme und über das Ergebnis. Ich konnte mit meinem neuen Auto auf diesen Sonderprüfungen viel lernen, es war sehr, sehr schwierig. Ich hoffe, ich
komme bald wieder nach Österreich, es war trotz des Regens toll.“ Der junge Deutsche Maximilian Koch konnte bei seiner Premiere im ŠKODA Fabia S2000 den vierten Gesamtrang belegen und war damit überglücklich:
„Das war mit sehr viel Abstand die schwierigste Rallye, die ich je gefahren bin. Ich bin wahnsinnig zufrieden und ich denke, man wird mich noch öfters in Österreich sehen – hier kann man wirklich sehr viel lernen!“

ORM 2WD
Nach dem Ausfall von Hannes Danzinger holte sich Dominik Dinkel den Titel „schnellster 2WD-Pilot“, dementsprechend happy war der fünftplatzierte Deutsche: „Besser hätte es nicht laufen können. Die Prüfungen waren gigantisch, unheimlich schwierig. Ich habe so viel dazugelernt, einfach
sensationell. Und ja, ich hab‘ Gefallen an österreichischen Rallyes gefunden!“ Für die ORM 2WD-Wertung bekommt Dinkel allerdings keine Punkte, daher war es am Ende Günther Knobloch, er sich über Platz sechs und volle Punkte für den 2WD-Sieg freuen durfte: „Das war sicher die schwierigste Rallye meiner Karriere. Mit einem Sieg in der 2WD-Wertung kann man nur zufrieden sein.“

Ein mittleres Drama spielte sich dahinter im Kampf um den zweiten 2WD-Platz ab: Gernot Zeiringer (Peugeot 208 R2) handelte sich auf der allerletzten Sonderprüfung einen Reifenschaden ein und kassierte zu allem Überfluss auch noch eine Zeitstrafe – womit er auf Gesamtrang acht hinter Willi Stengg (Opel Adam R2) zurückfiel und „nur“ Dritter in der 2WD-Wertung wurde.
Einen Premierensieger gab’s im Opel Corsa OPC Cup: Christoph Lieb nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich gegen Christoph Leitgeb durch. Der Kärntner fuhr allerdings nicht mehr auf der letzten Rille, reichte ihm doch der zweite Rang locker für seinen zweiten Cup-Gesamtsieg in Folge: „Ich bin wirklich froh, dass wir im Ziel sind. Es war eine turbulente Rallye, aber das Auto, meine Co-
Pilotin und die Mechaniker waren perfekt. Die Freude über die erfolgreiche Titelverteidigung ist groß, jetzt wird gefeiert!“ Der dritte Platz im OPC Cup ging an Heimo Hinterhofer, der lange Zeit um die Spitze mitkämpfen konnte.

Serienklasse RC13
Ein sensationelles Resultat feierte Reini Sampl. Der Salzburger, der mit seinem serienmäßigen Audi TTS erstmals mit dem Stamm-Co von Hermann Neubauer, Bernhard Ettel, unterwegs war, fuhr eine nahezu perfekte Rallye und eroberte den neunten Gesamtrang. Die Begeisterung im Ziel war dementsprechend groß: „Es ist viel besser gelaufen als wir uns das jemals erträumt hätten. Einfach
sensationell, auch im Regen ist es toll gegangen, die Reifenwahl war immer richtig. Trotzdem hatten wir einige heikle Momente, wie alle anderen auch... Wir sind mit diesem Top-Ten-Ergebnis einfach überglücklich!“

Rallyepokal der OSK
In der Division P2 gab es eine sehenswerte Aufholjagd von Martin Kalteis (Mitsubishi Lancer Evo VI), der am ersten Tag am Rundkurs mit einer Strafzeit bedacht wurde. „Die Rallye war trotzdem eine lässige Sache“, so Martin Kalteis, der in Sachen Schwierigkeitsgrad seine eigene Interpretation hatte: „Auf einer Skala von eins bis zehn war’s eine Neuneinhalb, auf die Zehn hat nur noch
Eisregen gefehlt.“ Er beendete die ŠKODA Rallye Liezen hinter Sieger Gerald Pöschl (Mitsubishi Lancer Evo VI) auf Rang zwei. Horst Stürmer (Audi 85/5 quattro) wurde Dritter, Herbert Weingartner (Toyota Celica 4 WD) Vierter – er konnte seine Gesamtführung aber dennoch verteidigen, beim Saisonfinale im Waldviertel geht es jetzt zwischen ihm und Martin Kalteis um den Titel.

In der Division P3 siegte Lokalmatador Mike König (Opel Astra GSi): „Es hat alles gepasst, wir hatten zwar unsere Aha-Momente, aber die Hauptsache ist, dass wir im Ziel sind. Dass es der Klassensieg geworden ist, freut uns natürlich riesig!“ Die Plätze belegten Klaus Demuth (Renault Clio 2.0) und Kurt Adam. Dem mittlerweile 79-jährigen Adam gelang damit das Kunststück, seinen
eigenen Weltrekord als „ältester Motorsport-Titelträger“ einzustellen: „Es war eine harte Rallye, ich bin froh, dass wir im Ziel sind. Es ist meine letzte volle Saison und ich hab’s wirklich noch einmal geschafft, den OSK Pokal zu holen. Nach meiner 49. Saison ist jetzt aber Schluss, ich fahr‘ keine Meisterschaft mehr. Schauen wir, ob in Zukunft noch die eine oder andere Rallye geht…“

ORM Junioren
In der Junioren-Staatsmeisterschaft setzte sich der Ungar Kristof Klausz (Renault Clio R3) vor Christoph Lieb (Opel Corsa OPC) und Christoph Leitgeb (Opel Corsa OPC) durch. Undankbarer Vierter wurde Christoph Zellhofer (Suzuki Swift S1600), der bei seiner erst zweiten Rallye mit guten Zeiten aufhorchen ließ, dann aber leider durch einen Reifenschaden weit zurückgeworfen wurde.

Hist. Rallyepokal
Ossi Posch (Ford Escort RS2000) gewann die Division 1 gegen Leo Theuretsbacher (BMW 2002ti), in der Division 2 war Willi Rabl (Porsche 911 SC RSR) trotz Technik-Troubles (rutschende Kupplung) siegreich.

ŠKODA Rallye Liezen 2015, Endstand nach 15 Sonderprüfungen:

1. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner, ŠKODA Fabia R5, 1:23:01,3 Std.
2. Gerwald Grössing/Sigi Schwarz, Ford Fiesta R5, + 1:29,6 Min.
3. Norbert Herczig/Janek Czako, ŠKODA Fabia R5, + 1:53,9
4. Maximilian Koch/Lisa Brunthaler, ŠKODA Fabia S2000, + 4:42,7
5. Dominik Dinkel/Pirmin Winklhofer, Opel Adam R2, + 9:25,1
6. Günther Knobloch/Jürgen Rausch, Citroen DS3 R3 MAX, + 9:49,3
7. Willi Stengg/Jürgen Klinger, Opel Adam R2, + 10:26,2
8. Gernot Zeiringer/Martin Pucher, Peugeot 208 R2, + 11:09,2
9. Reini Sampl/Bernhard Ettel, Audi TTS quattro, + 11:21,2
10. Christoph Lieb/Catharina Schmid, Opel Corsa OPC, + 12:57,3

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